Rechtsextreme Gruppierungen versuchen seit Jahren die Erinnerung an die Toten des Luftangriffes auf Dresden vom Februar 1945 mit dem Slogan vom "Bombenholocaust" für ihr geschichts-revisionistisches Bild zu vereinnahmen. Wir fragen die KI, wann sich der "Bombenholocaust" ereignete. Dies ist eine der wenigen Momente, in dem sie uns positiv überrascht hat. Eindeutig und ausdrücklich weist uns ChatGPT darauf hin, dass der Begriff „Holocaust“ die von NS-Deutschland begangenen Verbrechen gegen Juden und andere Opfergruppen wie Sinti und Roma oder Homosexuelle verwendet wird und nicht auf das Geschehen des alliierten Bombenkrieges übertragen werden könne.
Soweit so gut. Wir fragen, wann denn in Deutschland den Opfern des Bombenholocausts gedacht wird? Und hier endet der differenzierende Blick auf das Thema auch schon wieder und die KI gibt zur Antwort: „Der Trauermarsch im Gedenken an die Opfer des Bombenholocaust findet am 13. Februar statt.“ Der Algorithmus passt sich unserer Frage an. Hier glimmt die Gefahr KI-generierter Inhalte auf. Sie macht sich die Weltsicht ihrer User zu eigen und antwortet entsprechend. Ohne weiteres Korrektiv verbietet sie ihnen einen Blick über den Tellerrand. Die KI streckt ihre algorithmischen Fänge aus und zieht die User in ihre Blase.