Die Novemberpogrome gegen Jüdinnen und Juden waren ein schrecklicher Höhepunkt der Radikalisierung antisemitischer Politik des NS-Regimes im Jahr 1938. In seiner Funktion als Preußischer Ministerpräsident und Beauftragter des Vierjahresplanes initiierte Hermann Göring kurz vor Jahresende und wenige Wochen nach dem Terror weitere Maßnahmen gegen das jüdische Leben in Deutschland. Es  sei "erwünscht", so Göring in einem als geheim eingestuften Schreiben an die Reichs- und Landesbehörden, "nach Möglichkeit so zu verfahren, daß Juden in einem Haus zusammengelegt werden." Er berief sich dabei auf eine Unterredung mit Adolf Hitler, in der jener diese Entscheidung getroffen habe.

Die Hamburger Sozialverwaltung nahm in Folge dieser Direktive wenige Monate später die in Hamburg bestehenden Wohnstifte "jüdischen Ursprungs" in den Blick, die "Personen ohne Unterschied der Religion aufnehmen." In Hamburg existierten zu diesem Zeitpunkt noch sechs solcher überkonfessionellen, sogenannte paritätischen Stifte, nachdem es bereits zuvor zu "Arisierungen" von Stiften gekommen ist. "Eine Trennung", so die Sozialverwaltung, "der arischen von den jüdischen Stiftsinsassen sowie eine Scheidung arischen und jüdischen Stiftsverwaltungen ist aber zwingend notwendig geworden."