Zu denen, die 1939 zwangsweise ihre Wohnung verlassen und in das Judenhaus an der Bundesstraße 43 umziehen mussten, gehörten die Schwestern Baszion Lazarus (geb. 1880) und Selma Lazarus (geb. 1881). Beide wohnten gemeinsam bis 1939 im Julius- und Betty Ree-Stift. Auf der "Liste der 420 Juden, die am 18. November 1941 aus Hamburg nach Minsk evakuiert werden" sollen, die die Staatspolizeileitstelle Hamburg am 15. November erstellte, finden sich beider Namen. Am 18. November 1941 wurden sie mit 405 anderen Jüdinnen und Juden aus Hamburg nach Minsk deportiert. Der Transportzug kam bereits mit über 500 Jüdinnen und Juden aus Bremen und dem Regierungsbezirk Stade in Hamburg an. Genaueres ist über das Schicksal der beiden Schwestern nicht bekannt, beide wurden mutmaßlich in Minsk ermordet.
Es wurden vermutlich ungefähr 1.700 Jüdinnen und Juden aus den ehemaligen Wohnstfiten im Rahmen der "Endlösung" in die Vernichtungsstätten im Osten deportiert. Das Warburg-Stift in der Bundesstraße weist dabei eine der höchsten Zahlen an Deportierten aus, was an der unmittelbaren Nähe zur Moorweidenstraße gelegen haben mag, wo immer wieder Sammelstellen für Deportationen eingerichtet wurden.