Als urbane Mietnomaden und Trockenwohner zogen Hermann und Chrsitine Krieger seit den 1910er Jahren von einer Wohnung zur nächsten. Die Wohnungsnot in den Großstädten wie Hamburg war gravierend. Mit der Industriealisierung herrschte dort räumliche Enge, Lärm und schlechte Luft. Alkoholismus und Tuberkulose sah Krieger wie manch anderer Zeitgenosse als Folgeerscheinung der rasant wachsenden Städte. Mietskasernen und Autoverkehr wurden von ihm regelrecht verflucht, das Leben in der Stadt empfand er als permanente Qual. Das Ehepaar lebte auch in den 1920er Jahren in einer dauerhaften Notlage - Nahrung und Kleidung konnten nur unzureichend gekauft, Mietzahlungen und Arztrechnungen oft nicht beglichen werden.

Die Autopest ist eine Schrift Kriegers gegen die zunehmende „Auto-Dichte“ und gegen die ansteigende Zahl der „Auto-Opfer“ und der „Auto-Totschläge“ in den Städten. Das war noch harmlos. In den Krisenjahren nach dem Ersten Weltkrieg sah er "Satan Usurpator" heraufziehen. Er verfing sich mehr und mehr in einer irrational-apokalyptischen Weltdeutung.

Sein Roman über das Leben in einem Etagenhaus mit dem Titel Nr. 13! blieb Schubladenmanuskript und wurde nie veröffentlicht. In Briefen an seinen Freund Georg Michael Conrad beschreibt er den Lärm, der in dem hellhörigen Haus, in dem er wohnte, an seinen Nerven zerrte. Nachbarn mit alten Gasthausphonografen und ein von ihm genannter "Musiksäugling" in der Wohnung über sich, der als arbeitsloser Anstreicher Gastwirt werden wollte und stundenlang Klavier übte, um seine zukünftigen Schankgäste zu unterhalten.