In unzähligen Schriften nahm Krieger die Leserschaft mit auf seine Streifzüge in die Knicklandschaft und brachte ihnen die Phänologie des Nordens näher. Er war ein Literat der Knicks. "Hier draußen sind die Nächste Feste", frohlockte er und saß und schlief mit seiner Ehefrau in der selbst errichteten "Laube" aus Zweigen mit Blätterdach und Moosbett. "Mitten drinnen in der Knickwelt" fühlte er sich zu Hause. Fernab seiner Wohnung in der Großstadt. Unterm Sternenhimmel sinnierte er dort auch schon mal über Marsbewohner.

In der Natur sah Krieger etwas heiliges, da war er ganz Kind seiner Zeit. Daher haben seine Sätze mitunter eine religiösen Tonlage: "Die Welt ringsum ist ein stiller Tempel, ein freundliches, blumengeschmücktes Heiligtum. Wie eine rieselnde Flamme steht der Goldregen im Knick". Nach dem Ersten Weltkrieg wird er diese neomythisch-religiöse Naturverklärung in ein völkisches, neogermanisches und antisemitisches Weltbild setzen (siehe unten Not-Wende).

Bis dahin waren es romantisierende Naturschilderungen Norddeutschlands, in denen die Leserschaft viel lernte über Pflanzen und Getier der Knicks. Immer wieder jedoch wird diese Idylle erschüttert. Auch das ist typisch für Krieger. "Finken und Drosseln locken fröhlich in den Beerenbüschen. In der Ferne fallen schnell hinter einander ein paar Flintenschüsse." Oder der Lazarettzug verwundeter Soldaten, der in einer Landschaftsskizze aus dem Jahre 1915 plötzlich rauchend daherkommt und die Naturidylle mit der bitteren Realität des Krieges konfrontiert.

Ludwig Beil – angeblich Hamburgs einziger Bohemien der 1920er – schrieb über Hermann Krieger, er würde "im Kribbeln und Krabbeln der Natur mitkrabbeln". Krieger fasste das als bösen Verriss seiner Literatur auf, das war von Beil auch so gemeint, aber eigentlich war es das nicht. Der Autodidakt Krieger hat für seine literarisch-naturkundlichen Schriften über Flora, Fauna und Vogelwelt der Norddeutschen Knicklandschaft auch von Experten viel Lob erhalten.