Die Handlung seines humorvollen Debütromans Familie Hahnekamp entspinnt sich in Hamburg-Alsterdorf um 1910 und entführt uns in eine fiktive Kleingartenkolonie. Dort erleben wir den beziehungsreichen Mikrokosmos der benachbarten Parzellenpächter. Der versoffene Kutscher Koll Meier oder die Hillebille mit ihrem Messer. Das Buch erschien in jenem Jahr, als 1912 die erste Hamburger Kleingartensiedlung gegründet wurde. Im Mittelpunkt stehen die sechsköpfige Familie Hahnekamp und deren Gartennachbar Schurig. Letzterer ist eine literarische Reminiszenz an Moritz Schreber. Er gibt den Hahnekamps als kundiger Kleingärtner und Imker so manchen Tipp. Und da Schurig wie Schreber aus Sachsen stammt, sächselt der sich in liebenswürdiger Weise durch den Roman.

In Hamburg war Krieger mit diesem Buch seitdem als "Dichter der Hahnekamps" bekannt und unter Imkern als sachkundiger Kenner des Biens. Eine morderne Neuausgabe mit umfangreicher Biografie Hermann Kriegers gibt es hier.

Hermann Krieger träumte von einer eigenen Parzelle. Er war ein Verfechter des Kleingartengedankens, den er bereits einige Jahre vor Gründung der ersten Hamburger Schreberkolonie Doppeleiche engagiert propagierte. „Unter dem Namen Dr. Schrebers sollen die Laubengärten siegen“, schrieb er 1909. Im gleichen Jahr blickte er nach Berlin, wo Stadtbewohner sich auf den Rieselwiesen in Pachtgärten „weit draußen vor den Toren der Stadt angesiedelt und eine bessere, gesündere, freiere Lebenshaltung gewonnen“ haben.