Wilhelm Persich wurde am 25. März 1943 gemeinsam mit 49 anderen männlichen Psychiatriepatienten zwangsweise in die Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde, ca. 70 km östlich von Frankfurt a.O. in der heutigen polnischen Woiwodschaft Lebus, verlegt.

Die durchschnittliche Überlebensdauer von zwangsverlegten Patienten lag dort bei kaum 40 Tagen, die Sterberate bei fast 70%. Einer der wenigen Überlebenden berichtete, die Patienten wussten recht genau, dass die Umverlegung ihren Tod bedeutete. Um sie ruhig zu halten, wurden dem Essen Medikamente beigemischt. Es herrschte eine Atmosphäre erdrückender Angst. Die Patienten litten unter Misshandlungen und der harten Arbeit bei gleichzeitiger Unterernährung. Bei den täglichen Rundgängen durch die Anstalt bestimmte ein Arzt mit einem einfachen Fingerzeig über Leben und Tod von Patienten. Die Tötung erfolgte meistens durch eine Überdosis Morphium, Veronal, Luminal, Scopolamin oder einfache Luftspritzung und wurde von Ärzten und Pflegepersonal vollzogen. Friedrich Wilhelm Persich überlebte die Tötungsanstalt keinen Monat. Am 21. April 1943 wurde er in Obrawalde ermordet. Es ist bittere Ironie der NS-Massenmorde, dass die paranoide Vorstellung einer Verschwörung der Ärzteschaft gegen seine Person, die er seit den 1920er Jahren entwickelte, nun in grausiger Weise Wirklichkeit wurde.

Als es nach dem Zweiten Weltkrieg zur Anklage gegen die Langenhorner Ärzte Wigand Quickert und Friedrich Knigge kam, stritten diese kategorisch ab, dass die Verlegung nach Meseritz-Obrawalde zum Zwecke der Tötung erfolgte. Die Auswahl zur Verlegung wurde aus "rein sachlichen ärztlichen Gründen" getroffen. Gerüchteweise hätten sie jedoch von Tötungen gehört. Trotzdem gingen die Transporte bis in das Jahr 1944 weiterhin aus Hamburg dorthin. Während des Prozesses machte eine Krankenschwester, die von Juni 1940 bis Januar 1945 in der Anstalt Meseritz-Obrawalde gearbeitet hat, als Zeugin die eindeutige Aussage: „Es ist richtig, daß Patienten in Meseritz getötet wurden.“ Ein weiterer Zeuge, der ebenfalls 1943 nach dort zwangsverlegt wurde, sagte aus, „dass von den wöchentlichen Transporten [...] der grösste Teil innerhalb drei Tagen getötet worden ist.“ Er sei durch die Anstaltsleitung auch dafür eingesetzt worden, die Leichen in Massengräbern zu beerdigen unter beständiger Angst, selbst getötet zu werden.